Schlafapnoe und Stiller Reflux

Shownotes

Wenn dein Rachen nachts leidet – Schlafapnoe und Stiller Reflux → Direkt in den Podigee-Editor einfügen (Rich Text). Alle Links sind aktiv verlinkt.

Du machst alles richtig – und wachst trotzdem morgens mit heiserer Stimme, Räusperzwang oder Kloßgefühl auf? Dann könnte etwas passieren, das du bisher nicht auf dem Schirm hattest: Schlafapnoe. In dieser Episode gehe ich einem Zusammenhang nach, der häufig übersehen wird – aber für viele Menschen mit Stillem Reflux der entscheidende Baustein sein kann: Schlafapnoe und LPR bedingen sich oft gegenseitig. Sie befeuern sich in einem Teufelskreis, der sich über Monate schleichend aufbaut. Ich erkläre dir heute, wie der negative Druck bei Apnoe-Episoden Mageninhalt buchstäblich in deinen Rachen saugt – und wie umgekehrt LPR deinen Schlaf stört, ohne dass du es merkst.

Das lernst du in dieser Episode: Warum Schlafapnoe und Stiller Reflux so häufig zusammen auftreten Welcher Mechanismus nachts für den Reflux-Schub sorgt – ohne Sodbrennen Wie LPR deinen Schlaf fragmentiert, ohne dass du es weißt Welche Signale auf das Zusammenspiel beider Erkrankungen hinweisen Welche konkreten Stellschrauben du sofort ansetzen kannst

Links aus dieser Episode: Kostenloses E-Book + Newsletter: Ernährungslisten bei Stillem Reflux Programm: VagusPower – Selbstregulation bei Stillem Reflux Tool: Zwerchfell-Entspannung Kurs: Ernährung bei Stillem Reflux Membership: Reflux Toolkit & Members Circle Alle Angebote im Überblick: magenkompass.de/angebote/2

Wenn dir diese Episode geholfen hat – teile sie mit jemandem, der morgens immer heiser aufwacht. Es könnte sein Leben verändern.

Musik Ronald Kah

Transkript anzeigen

00:00:00: Hallo und herzlich willkommen beim Magenkompass-Podcast. Ich bin Andrea und wenn du neu hier bist, dieser Podcast dreht sich um stillen Reflux, also um LPR, den laryngeopharyngealen Reflux, der oft lange unerkannt bleibt und viele Menschen täglich belastet. Die heutige Episode ist eine, die ich schon länger machen wollte, weil das Thema so wichtig ist und gleichzeitig so wenig besprochen wird. Es geht um Schlaf Genauer gesagt um Schlafapnoe und stillen Reflux. Ich habe schon viele Nachrichten bekommen von Menschen, die sagen, ich mache alles richtig, ich esse abends kaum, ich meide Säure, ich halte mich an die Regeln und trotzdem wache ich morgens mit kratzigem Hals, heiserer Stimme, Räusperzwang auf.

Was ist da los? Oft ist die Antwort, es passiert nachts und manchmal ist Schlafapnoe der fehlende Baustein. In dieser Episode erkläre ich: dir, wie Schlafapnoe und LPR zusammenhängen in beide Richtungen. Ich zeige dir, welche Signale du im Alltag erkennen kannst und ich gebe dir konkrete Stellschrauben mit. Bleib dran, da sie könnte ein echter Game Changer für dich sein. Du kämpfst mit stillem Reflux und suchst endlich Antworten die wirklich Sinn ergeben? Willkommen bei stiller Reflux, dem Magenkompass-Podcast. Ich bin Andi und hier geht es darum, stillen Reflux zu erkennen, neu zu denken und anders zu handeln. Fundiert, ganzheitlich und alltagstauglich. Raus aus dem Beschwerde-Karussell, hinein in deine Selbstwirksamkeit. Stiller Reflux, dein Podcast für mehr Verständnis, Balance und Lebensqualität.

Was ist: Stiller Reflux? Kurze Wiederholung. Kurz für alle, die das erste Mal dabei sind oder die Erinnerung auffrischen wollen. Stiller Reflux also LPR, ist eine Form des Rückflusses bei der Mageninhalt in den Rachen- und Kehlkopf aufsteigt. Meist gasförmig Oft ohne das klassische Sodbrennen das die meisten kennen. Das Tückische, du merkst es nicht durch brennenden Schmerz hinter dem Brustbein, du merkst es durch Heiserkeit, Schleimgefühl, das Gefühl immer räuspern zu müssen, ein Kloßgefühl im Hals und manchmal Husten. Dinge, die auch ein HNO-Arzt schnell auf Viren Allergien oder Überlastung schiebt.

Und weil diese Symptome so unspezifisch sind, dauert es im Schnitt Jahre, bis eine konkrete Diagnose gestellt wird. Das kenne ich aus vielen Gesprächen mit Betroffenen. Und vielleicht kennst du das auch aus: eigener Erfahrung, so wie ich ebenfalls. Was ich heute hinzufügen möchte, viele Menschen, die trotzdem sie alles richtig machen, übersehen, dass Was nachts passiert. Und nachts ist dein Körper verletzlicher. Schlafapnoe. Was passiert da im Körper? Der Begriff bedeutet wörtlich Atemstillstand im Schlaf Es gibt verschiedene Formen aber die häufigste ist die obstruktive Schlafapnoe. Dabei erschlaffen im Schlaf die Muskeln im Rachen- und Gaumenbereich und die Atemwege verengen sich oder kollabieren kurz komplett.

Das Ergebnis? Der Körper bekommt kurz zu wenig Sauerstoff Er reagiert mit einem kurzen Arousal, einem Aufweckreiz. Oft so kurz, dass du ihn gar nicht bewusst bemerkst. Viele Betroffene wachen dutzende: Male pro Nacht auf, ohne es zu wissen. Merkmale, die auf Schlafapnoe hindeuten können. Schnarchen besonders lautes oder unregelmäßiges. Atemaussetzer die der Partner beobachtet. Und ganz charakteristisch Morgenmüdigkeit trotz langer Schlafdauer. Das Gefühl, nicht erholt aufzuwachen. In Deutschland haben Schätzungen zufolge rund 2 bis 4 Millionen Menschen eine behandlungsbedürftige Schlafapnoe. Ein Großteil davon weiß das gar nicht. Der Mechanismus wie Apnoe stillen Reflux auslöst.

Jetzt kommen wir zum Kern, dem, was ich dir eigentlich wirklich erklären möchte. Was passiert genau, wenn Schlafapnoe auf stillen Reflux trifft? Stell dir vor, dein Rachen verengt sich, während du: schläfst. Dein Körper versucht weiter zu atmen gegen den Widerstand. Er kämpft sozusagen gegen die verschlossene Tür. Und dabei entsteht ein starker negativer Druck im Brustkorb. Mediziner nennen das negativen intrathorakalen Druck. Dieser Unterdruck wirkt wie ein Sog. Und was wird dabei angesaugt? Genau, der Inhalt des Magens. Mageninhalt der normalerweise durch die Schwerkraft und den Schließmuskel unten bleibt, wird durch diesen Mechanismus nach oben gezogen.

Durch die Speiseröhre, manchmal bis in den Rachen. Und das passiert nicht einmal, das kann dutzende Male pro Nacht passieren, bei jeder Apnoe-Episode. Merke dir das. Negativer Druck, gleich Sog nach oben, gleich: Reflux ohne Sodbrennen direkt in Rachen und Kehlkopf. Hinzu kommt, im Schlaf schluckst du viel seltener. Tagsüber schluckst du ca. 600 Mal, nachts nur 25 Mal. Das Schlucken ist aber ein wichtiger Schutzmechanismus Es schiebt Säure zurück und verteilt Speichel der die Schleimhaut neutralisiert. Dieser Schutz fehlt also nachts weitgehend. Studien zeigen, dass bei Patienten mit Schlafapnoe der pH-Wert im Rachen in der Nacht deutlich häufiger in den sauren Bereich fällt, auch wenn die Betroffenen selbst keine bewussten Refluxbeschwerden kennen.

Die andere Richtung, wie LPR den Schlaf sabotiert. Ich habe dir gerade erklärt wie Schlafapnoe LPR auslösen kann. Jetzt drehen wir den Spieß um, denn die Verbindung geht auch anders herum. Wenn: Mageninhalt in den Rachen aufsteigt reagiert der Körper mit Schutzreflexen. Er versucht, die Atemwege zu schützen. Dabei entstehen kurze Weckreaktionen, sogenannte Arousals Du schläfst weiter, aber dein Schlaf wird fragmentiert. Das bedeutet weniger Tiefschlafphasen weniger Erholung und am Morgen das Gefühl, ich habe geschlafen aber ich bin nicht ausgeruht. Dazu kommt noch etwas Wichtiges. Der stille Reflux kann den Vargusnerv reizen.

Der Vagusnerv ist der wichtigste Nerv unseres parasympathischen Nervensystems Er steuert unter anderem Herzrate, Verdauung und die Beruhigungsreaktionen des Körpers. Wenn er gereizt ist, reagiert der Körper mit erhöhter Wachheit und Nervosität. Und was passiert, wenn wir: schlecht schlafen? Wir produzieren mehr Cortisol und mehr Cortisol bedeutet mehr Magensäure entspannter unterer Schließmuskel, mehr Reflux. Findest du auch alles in der gesonderten Episode zu Cortisol und stillem Reflux. Siehst du wohin das führt? Lass mich das zusammenfassen, weil ich möchte, dass du es wirklich verstehst. Schlafapnoe. Führt zum negativen Druck. Der führt dazu, dass Mageninhalt aufsteigt. Dabei entstehen LPR-Symptome. Der Rachen ist gereizt Es kommt zu diesen Arousals.

Zu fragmentiertem Schlaf, mehr Cortisolausschüttung, dadurch erhöhte Magensäureproduktion und mehr Reflux. Daraus folgt wiederum schlechte Schlafqualität Und so: weiter, Runde für Runde. Dieser Kreislauf ist heimtückisch weil er sich schleichend aufbaut. Man gewöhnt sich an die Symptome bis der Körper irgendwann deutlicher spricht. Wie erkennst du, ob du in diesem Kreislauf steckst? Ich habe ein paar Signale zusammengestellt die ich immer wieder höre. Deine Refluxsymptome sind morgens am schlimmsten und werden tagsüber besser. Du schnarchst oder dein Partner berichtet davon. Du wachst nicht erholt auf, obwohl du ausreichend geschlafen hast.

Deine LPR-Symptome verbessern sich kaum, obwohl du die Ernährung konsequent umstellst. Dein HNO sieht Reizungen im Rachen, obwohl du denkst du hast alles richtig gemacht. Wenn du bei mehreren Punkten nickst, dann ist es absolut wert, das Thema: Schlafapnoe mit einem Arzt zu besprechen. Das bedeutet nicht, dass du krank bist, aber es könnte der Schlüssel sein, die du noch nicht gefunden hattest. Praktische Stellschrauben. Ich möchte diese Episode nicht mit einem langen Problemkatalog abschließen, sondern mit Lösungen. Denn es gibt wirklich konkrete Dinge, die du tun kannst. Erstens, Schlafapnoe abklären lassen. Das ist das Wichtigste. Wenn du den Verdacht hast, sprich deinen Hausarzt darauf an und bitte um eine Überweisung ins Schlaflabor.

Eine sogenannte Polysomnographie misst alles, was in deiner Nacht passiert. Atemaussetzer, Sauerstoffsättigung, Schlafphasen. Und wenn Schlafapnoe festgestellt wird, die CPAP-Therapie also eine Atemmaske die nachts einen leichten Überdruck hält,: ist für viele Menschen ein echter Wendepunkt, nicht nur für den Schlaf, sondern auch für den Reflux. Schlafposition anpassen. Hochlagern des Oberkörpers um 15 bis 20 cm hilft bei beidem. Es reduziert den Rücklauf von Mageninhalt und kann auch Apnoe-Episoden vermindern. Wenn das nicht geht, Seitenschlaf besonders auf der linken Seite, ist besser als Rückenlage oder Bauchschlaf. Das Abendessen bewusst gestalten, mindestens drei Stunden zwischen letzter Mahlzeit und Schlafen gehen, abends leicht und wenig fetthaltig essen.

Was genau du essen kannst und was du lieber weglässt lernst du im Kurs Ernährung bei stillem Reflux richtig gemacht. Ich verlinke Ihnen den Show Notes. Das Nervensystem: regulieren. Schlaf und Reflux hängen beide stark mit dem autonomen Nervensystem zusammen. Wenn du den Vargusnerv unterstützt beruhigst du nicht nur die Stressreaktion sondern du senkst gleichzeitig die Aktivität der Magensäureproduktion und verbesserst deine Schlafqualität. Mein Programm Vagus Power widmet sich genau diesem Thema. Ich verlinke es in den Shownotes. Zwerchfell stärken. Das Zwerchfell spielt eine unterschätzte Rolle bei Stillem Reflux. Es unterstützt den unteren Schließmuskel mechanisch. Gezielte Übungen können helfen, diese Schwachstelle zu adressieren. Schau dir dazu mal mein Tool Zwerchfellentspannung an.

Ich hoffe, diese Episode hat dir etwas gegeben, mehr Verständnis vielleicht mehr Geduld mit dir selbst und einen neuen Blickwinkel auf das, was nachts: passiert. Stiller Reflux ist kein einfaches Thema und es ist auch kein Thema, das sich mit einer einzigen Lösung erschöpft. Manchmal ist es das Zusammenspiel aus mehreren Faktoren und Schlafapnoe kann einer davon sein. Wenn du mehr erfahren möchtest findest du alle Links in den Shownotes. Und wenn du noch kein kostenloses E-Book mit meinen Ernährungslisten bei Stillum Reflux hast, dann hol es dir. Es ist ein guter erster Schritt. Ich freue mich, wenn du beim nächsten Mal wieder dabei bist. Bis dann und schlaf gut. Das meine ich heute ganz wörtlich. Tschüss.

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