Stiller Reflux Typ B

Shownotes

Pepsin ist nur die Spitze.

In dieser Folge ordnen wir Typ B neu: Vier Schichten, vier klare Aufgaben — und die wichtigste sitzt am Zwerchfell, nicht im Glas. Mit Studienreferenzen, klarer Reihenfolge und einem Cliffhanger zu Typ C. Diese Episode beantwortet • Warum kommt Pepsin bei Typ B überhaupt nach oben? • Welche Rolle spielt das Zwerchfell als zweiter Schließmuskel? • Warum ist Zwerchfelltraining bei Typ B die wichtigste Maßnahme? • Was leisten Alginat und Pepsin-Vermeidung wirklich — und was nicht? • In welcher Reihenfolge sollten die vier Schichten greifen? Die vier Schichten im Überblick • Schicht 1 – Ursache: Zwerchfelltraining (primär) • Schicht 2 – Stütze: Vagus-Power (neuronale Schließmuskelarbeit) • Schicht 3 – Brücke: Alginat + Pepsin-Vermeidung (Symptommanagement) • Schicht 4 – Heilung: Mukosa-Reparatur mit Supplements • Ergänzung: Alternative Therapien als Verstärker Empfohlene Tools • Zwerchfelltraining – https://magenkompass.de/tool-zwerchfell-entspannung/ • Vagus-Power – https://magenkompass.de/vaguspower-selbstregulation-bei-stillem-reflux-die-wirklich-funktioniert/ • Supplements –https://magenkompass.de/tool-supplements-bei-stillem-reflux-richtig-nutzen/ • Alternative Therapien –https://magenkompass.de/tool-alternative-therapien-bei-stillem-reflux/ • Reflux-Typen-Test – magenkompass.de/reflux-typen-test: >>> https://magenkompass.de/reflux-toolkit-und-members-circle/ • Studienverweise Eherer AJ et al. (2012). Positive effect of abdominal breathing exercise on gastroesophageal reflux disease. Am J Gastroenterol. 107(3):372-378. Halland M et al. (2021). Effects of Diaphragmatic Breathing on Upright GERD. Am J Gastroenterol. 116(1):86-94. Casale M et al. (2016). Breathing training on lower esophageal sphincter as a complementary treatment of GERD: systematic review. Eur Rev Med Pharmacol Sci. 20(21):4547-4552. Browning KN, Travagli RA (2014). CNS control of gastrointestinal motility and secretion. Compr Physiol. 4(4):1339-1368. Strugala V et al. (2009). Alginate suspension on pepsin and bile acids. J Pharm Pharmacol. 61(8):1021-1028. Johnston N et al. (2007). Activity/stability of human pepsin: implications for reflux attributed laryngeal disease. Laryngoscope. 117(6):1036-1039. Koufman JA (1991). The otolaryngologic manifestations of GERD. Laryngoscope. 101(4 Pt 2 Suppl 53):1-78.

Nächste Folge Typ C – Zwerchfell-Arbeit beim Sphinkter-Typ, Mythen und Wahrheit ums Zwerchfell

Musik: Ronald Kah (bearbeitet)

Transkript anzeigen

00:00:00: In der letzten Folge habe ich euch drei Stellschrauben für Typ B versprochen.

00:00:05: Pepsinvermeidung, Barriere und Mucosa-Aufbau – heute liefere ich das!

00:00:11: Und ich erweitere es.

00:00:13: Denn wenn ich nur diese drei mit euch durchgehe, mache ich genau den Fehler, mit dem die meisten von euch aus der Arztpraxis kommen.

00:00:21: Symptomemanagement statt Ursachenarbeit.

00:00:27: Es sind vier Schichten und die wichtigste?

00:00:30: Die, die euch wirklich aus der Schleife rausholt ist die... ...die in den meisten Pepsin-Texten gar nicht vorkommt.

00:00:38: Die kommt jetzt los geht's!

00:00:51: Du kämpfst mit stillem Reflux und suchst endlich Antworten, die wirklich Sinn ergeben?

00:00:56: Willkommen bei Stiller Reflux, dem Magenkompass Podcast.

00:00:59: Ich bin Andi Und hier geht es darum stillen Reflex zu erkennen, neu zu denken und anders zu handeln. Fundiert Ganzheitlich und alltagstauglich.

00:01:11: Raus aus dem Beschwerdekarussell, hinein in deine Selbstwirksamkeit!

00:01:16: Stiller Reflux – dein Podcast für mehr Verständnis Balance- und Lebensqualität.

00:01:22: Warum kommt das Pepsin überhaupt nach oben?

00:01:26: Damit Pepsin den Hals erreicht müssen zwei Strukturen versagen.

00:01:31: Erstens der untere Speiseröhrenschließmuskel, zweitens das Zwerchfell. Genauer die Hiatussschlinge, die wie eine Schlinge um die Speiseröhre läuft.

00:01:44: Das ist euer äußerer Teil des unteren Speiserören-Schließmuskels.

00:01:51: Anatomisch eigentlich der Wichtigere!

00:01:54: Wenn diese beiden Strukturen schlapp sind und bei den meisten von euch sind sie da,s dann reicht ein winziges Volumenrefluat um Pepsin nach oben zu schicken.

00:02:06: Es muss kein Sodbrennen geben.

00:02:08: Es reichen ein paar Tropfen, die hoch kommen und in der Halsschleimhaut hängen bleiben.

00:02:15: Und genau hier ist der Hebel.

00:02:18: Beide Strukturen unterer Schließmuskel- und Zwerchfell sind trainierbar.

00:02:25: Nicht:> kann man mal versuchen<, Trainierbar mit Studienlage.

00:02:31: Dazu komme ich jetzt: Schicht eins, Zwerchfelltraining der eigentliche Hebel.

00:02:40: Ehre und Kollegen haben in einem Randomisierten und kontrollierten Studie-Patienten mit GERD also der klassischen Refluxkrankheit, die eben auch ein Schließmuskelproblem bildet, vier Wochen abdominales Atemtraining machen lassen sonst nichts.

00:03:03: Ergebnis signifikante Reduktion der Reflux-Episoden.

00:03:08: Reine Atmung, kein Medikament, keine OP.

00:03:14: Holland und Kollegen haben im Jahr 2012 Zwerchfell-Training speziell bei stillem Reflex also genau dem Typ, den die meisten von euch im Alltag haben.

00:03:27: Auch hier messbar weniger Reflux Episoden, Messbar weniger Symptome.

00:03:35: Kassalé und Kollegen, in einer systematischen Review.

00:03:41: Atemtraining ist eine wirksame komplementäre Therapie bei GERD & LPR. Punkt

00:03:51: Was passiert da physiologisch?

00:03:54: Wenn ihr tief abdominal atmet, aktiviert ihr die Hiatus-Schlinge des Zwerchfells, die Schlinge um die Speiseröhre.

00:04:03: Sie wird kräftiger, sie reagiert schneller.

00:04:06: Sie schließt besser!

00:04:08: Ihr könnt euren unteren Speiseröhren-Schließmuskeln nicht direkt anspannen aber ihr könnt das Zwechfell trainieren und das übernimmt einen Teil der Arbeit.

00:04:20: Acht bis zwölf Wochen konsequent und ihr verändert messbar wie oft euer Reflux überhaupt stattfindet.

00:04:30: Das ist Nicht Wellnes, Das ist Schließmuskelarbeit über die einzige Struktur, die ihr willentlich erreichen könnt.

00:04:40: Schicht zwei Vaguspower - Die neuronale Stütze.

00:04:46: Der Vargusnerv steuert mehr als die meisten Denken.

00:04:50: Er reguliert den Tonus eures unteren Speiseröhren-Schließmuskels er steuert die Magenentleerung. wenn sie zu langsam ist, staut sich Druck nach oben und er reguliert die Speiseröhren-Clearance, wie schnell hochgekommenes Material wieder runtertransportiert wird.

00:05:12: Browning & Trevalgy haben in Komprehensive Physiologie geschrieben, die Vargussteuerung des oberen Verdauungstraktes.

00:05:26: sauber zusammengefasst: wenn der Vagus chronisch unter Stressdominanz steht, bleibt der untere Speisenröhren-Schließmuskel schlaff.

00:05:39: Die Speiseröhre faul, sprich die Eigenbewegung der Speiseröre ist zu wenig.

00:05:45: Refluxat verweilt länger oben.

00:05:49: Pepsin hat mehr Zeit anzudocken.

00:05:54: Vagus Mobilisierung ist deshalb keine Wellnessmaßnahme sondern direkte Schließmusklarbeit über den parasympathischen Weg.

00:06:04: Mechanik kommt von Schritt eins, Steuerung von Schritt zwei.

00:06:09: Beide Ebenen brauchen einander.

00:06:12: und ja, das heißt tägliches Training.

00:06:16: nicht >mache ich wenn ich Zeit habe.<

00:06:19: Zehn Minuten Zwerchfell, zehn Minuten Vargus über zwölf Wochen. Schicht drei.

00:06:27: die Brücke Alginat- und Pepsinvermeidung. Schicht eins und zwei brauchen Wochen bis sie greifen.

00:06:37: So lange könnt ihr nicht warten, sonst läuft eure Schleimhaut weiter gegen Pepsin an und es heilt gar nix.

00:06:45: Deshalb braucht ihr eine Brücke.

00:06:49: Erstens Alginat nach jeder Mahlzeit und vor dem Schlafen.

00:06:54: Strugaler und Kollegen, es bildet ein Gel, das auf dem Mageninhalt schwimmt.

00:07:02: Es bindet Pepsin- und Gallensäuren.

00:07:07: Mechanisch kein Stoffwechseleingriff, keine Nebenwirkungskaskade.

00:07:14: Es ist eine Decke über den Mageninhalt.

00:07:19: Zweitens.

00:07:20: Pepsin nicht reaktivieren heißt alles unter pH 5 fällt weg.

00:07:27: Kaffee, Orangensaft, Cola, Apfelschorle, Wein, Sekt, Tomatensauce, Vinegret, Essig Gurken.

00:07:34:

00:07:36: Nicht für immer sondern bis Schicht eins trägt.

00:07:40: Wer ist Typ B?

00:07:42: Kurz und scharf Ihr kennt das Bild.

00:07:45: Halsbrennt, Reusperzwang vielleicht Heiserkeit, Klossgefühl aber kein klassisches Sodbrennen.

00:07:52: Im pH-Test im Magen sieht alles unauffällig aus Vielleicht sogar zu wenig Säure.

00:07:58: Trotzdem geht es euch oben dreckig.

00:08:02: Das ist Typ B. Pepsin dominiert Wenig Säures viel Pepsine und Pepsinen ist heimtückisch.

00:08:11: Es klebt an der Schleimhaut sitzt da inaktiv und wartet auf den nächsten sauren Schluck pH unter fünf, und es wird wieder aktiv.

00:08:22: Auf eurer Schleimhaut direkt im Gewebel!

00:08:26: So weit der stand.

00:08:27: das wisst ihr.

00:08:29: jetzt zur eigentlichen Frage.

00:08:32: Wichtig diese Schicht ist Symptomemanagement.

00:08:35: sie löst nichts.

00:08:37: Sie hält euch aber aus der Akkutschleife heraus, während die eigentliche Arbeit unten am Zwerchfell passiert.

00:08:46: Wer hier stehen bleibt, und das tun die meisten, bleibt in der Schleife.

00:08:53: Schicht Vier: Heilung, Schleimhautreparatur.

00:08:58: Während die Schließmuskelfunktion zurück kommt und die Brücke das Pepsin draußen hält, muss das Gewebe regenerieren.

00:09:08: Vier Bausteine, die dabei helfen können.

00:09:13: Zink-L-Carnosin – zinkhaltige Verbindungen mit nachgewiesenen mukosaprotektiver Wirkung wird in Japan seit Jahrzehnten als Schleimhautreparaturpräparat eingesetzt.

00:09:26: Vitamin A für die Epithelienregeneration.

00:09:30: bei chronischen LPR ist Vitamin A oft im unteren Normbereich angesiedelt nicht mehr im Optimal Bereich.

00:09:42: Glutamin als Hauptenergieträger der Schleimhautzellen, B-komplex vor allem wenn ihr lange auf PPI's wart.

00:09:53: Da ist B-Zwölf fast immer im Keller oder auch wenn eure Magensäureproduktion durch Dauerstress runtergefahren ist.

00:10:02: Das ist keine Wellnessliste.

00:10:04: Das ist Material, das eure Schleimhaut braucht um sich aufzubauen!

00:10:12: Die Reihenfolge: Wochen nicht Tage.

00:10:16: Hier kommt es nun aufs Timing an und auf das berücksichtigen individueller Gegebenheiten.

00:10:24: Machen wir alles im Mitgliederbereich.

00:10:27: Wichtig wäre: Wer schicht eins überspringt baut auf Sand.

00:10:33: Wer Schicht drei überspringt, heilt die Schleimhaut nicht aus.

00:10:38: Beide Ebenen brauchen einander!

00:10:42: Wenn es gar nicht das Pepsin ist... ...es gibt eine Gruppe von euch, bei der diese vier Schichten nur die halbe Wirkung zeigen.

00:10:55: Pepsinenvermeidung, Zwerchfell, Vagus, Mucosa alles richtig aber das Brennen bleibt.

00:11:01: In der nächsten Folge nehme ich mir den Typ C, den mit dem Schlaffi - Spinkter vor. Bei dem alle >Zwerchfell, da kann man nichts machen<, schreien und der meistens mehr mit muskelentspannenden Mitteln zu tun hat als die Gastroenterologie wahr haben will.

00:11:22: Zwei Dinge zum Mitnehmen: Wenn ihr Typ B seid fangt mit Zwerchfelltraining an, heute nicht nächste Woche.

00:11:33: Das ist der Hebel.

00:11:37: Zweitens, wenn ihr den vollen Plan wollt mit Trainingsphasen, Intensitätsstufen, Schleimhautaufbau abgestimmt auf eure Phase.

00:11:47: Das Reflux-Toolkit und der Members-Circle warten auf euch!

00:11:52: Bis nächste Woche bleibt ruhig und atmet tief.

00:11:58: Tschüss.

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