Warum ich?
Shownotes
In Teil 1 habe ich erklärt, dass bei Stillem Reflux in aller Regel nichts kaputt ist. Der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre steht nicht offen – er öffnet sich reflexhaft, genau wie bei gesunden Menschen auch.
Das wirft sofort die nächste Frage auf, und sie ist die häufigste, die mich erreicht: Warum habe ich das dann? Mein Kollege isst alles, verträgt alles, und mir geht es nach gedünstetem Fisch schlecht. Wenn bei mir nichts kaputt ist, bin ich ja genauso wenig kaputt wie alle anderen.
In dieser Folge geht es um:
Warum der Vergleich mit dem beschwerdefreien Kollegen schief ist. Warum nichts kaputt sein kann und trotzdem etwas anders ist.
Die drei Stellen, an denen der Unterschied tatsächlich sitzt – und warum die Öffnungshäufigkeit nicht dazugehört .
Warum es nie eine einzige Ursache ist, sondern drei oder vier kleine Verschiebungen
Die Frage nach dem Einstiegspunkt:
Wann hat es bei dir angefangen?
Der Kreis, der sich selbst antreibt – und warum man ihn an jeder Stelle unterbrechen kann
Was es bedeutet, wenn man kein Warum findet
Was du mitnimmst: Der Unterschied zwischen einem Defekt und einer Konstellation. Ein Defekt lässt nur zwei Fragen zu – reparieren oder umgehen. Eine Konstellation lässt sich auflösen, und zwar an mehreren Stellen gleichzeitig.
Teil 1 dieser Folge findest du in den Shownotes verlinkt. Timestamps [00:00:00 Die Frage, die offen geblieben ist 00:02:13 Dein Kollege ist nicht gesund 00:03:32 Kein Defekt – aber auch nicht nichts 00:04:42 Das Bild: die Wohnung, in der es zieht 00:05:27 Wo der Unterschied wirklich sitzt 00:06:19 Erstens: was mitkommt 00:07:06 Zweitens: was dein Gewebe daraus macht 00:08:09 Drittens: wie deine Regler stehen 00:08:29 Es ist nie eine einzige Sache 00:10:24 Wann hat es bei dir angefangen? 00:11:52 Der Kreis, der sich selbst antreibt 00:14:06 Manchmal gibt es kein Warum 00:15:37 Die kurze Antwort 00:17:18 Fazit und Ausblick
Links Teil 1: Das neue Erklärmodell – https://magenkompass.de/das-erklaermodell-wie-stiller-reflux-wirklich-entsteht/
Die Typen-Reihe: https://magenkompass.de/stiller-reflux-ist-kein-einheitliches-krankheitsbild/ Typen-Test: https://magenkompass.de/typen-test-lp/ Wenn die GERD eine NERD ist – warum manche mehr spüren: https://magenkompass.de/wenn-die-gerd-eine-nerd-ist-sensibelchen-speiseroehre/ Orientierungsgespräch: https://tidycal.com/andykuhl/orientierungsgespraech
Transkript anzeigen
00:00:00: Hallo und herzlich willkommen zu Teil 2.
00:00:03: Letzte Woche habe ich dir das neue Erklärmodell vorgestellt.
00:00:07: Fünf Tore, ein Reflex und die Kernaussage bei stillem Reflux ist nichts kaputt.
00:00:14: Und ich habe am Ende eine Frage offengelassen, weil sie eine eigene Folge verdient.
00:00:18: Ich stelle sie dir mal in der Fassung, in der sie mich regelmäßig per Mail erreicht.
00:00:24: Schön, dass bei mir nichts kaputt ist, aber warum habe ich das dann?
00:00:28: Mein Kollege isst mittags eine Currywurst mit Pommes und trinkt Cola zu, legt sich abends mit einer Pizza aufs Sofa und dem fehlt nichts.
00:00:37: Ich esse gedünsteten Fisch und liege trotzdem wach.
00:00:40: Wenn bei mir nichts kaputt ist, bin ich ja genauso wenig kaputt wie alle anderen.
00:00:44: Warum trifft es dann mich?
00:00:47: Das ist eine völlig berechtigte Frage und sie ist die unangenehmste, die man einem Erklärmodell stellen kann.
00:00:55: Denn wenn ich sage, es liegt kein Defekt vor, dann habe ich damit etwas weggenommen.
00:01:01: Ein Defekt war wenigstens eine Erklärung.
00:01:04: Er war ungerecht, aber er hatte einen Namen.
00:01:07: Heute geht es also um die Frage, was ist bei dir anders?
00:01:11: Ich sage dir gleich vorweg, es gibt eine Antwort.
00:01:14: Sie ist nur nicht so einfach, wie du sie gern hättest.
00:01:28: Du kämpfst mit stillem Reflux und suchst endlich Antworten, die wirklich Sinn ergeben?
00:01:33: Willkommen bei Stiller Reflux, dem Magenkompass-Podcast.
00:01:37: Ich bin Andi und hier geht es darum, stillen Reflux zu erkennen, neu zu denken und anders zu handeln.
00:01:44: Fundiert, ganzheitlich und alltagstauglich.
00:01:49: Raus aus dem Beschwerdekarussell, hinein in deine Selbstwirksamkeit.
00:01:54: Stiller Reflux, dein Podcast für mehr Verständnis, Balance und Lebensqualität.
00:02:00: Falls du Teil 1 noch nicht gehört hast, du kommst auch so hier mit, aber es lohnt sich danach nachzuhören, weil ich heute vieles nur streife, was ich dort erklärt habe.
00:02:13: Ich fange mit einer Antwort an, die dir vielleicht nicht gefällt.
00:02:16: Dein Kollege hat sehr wahrscheinlich auch Reflux.
00:02:21: Reflux ist nichts Seltenes und nichts Krankhaftes.
00:02:24: Der Verschluss zwischen Magen und Speiseröhre öffnet sich bei jedem Menschen mehrmals täglich
00:02:30: und bei jedem kommt dabei gelegentlich etwas mit hoch.
00:02:33: Das ist Normalbetrieb.
00:02:36: Der Unterschied ist nicht, ob es passiert.
00:02:38: Der Unterschied ist, ob daraus eine Erkrankung wird.
00:02:43: Dein Kollege spürt entweder gar nichts oder, und das ist der häufige Fall,
00:02:50: der spürt es als Sodbrennen, nimmt eine Tablette aus der Schublade und denkt nicht weiter darüber nach.
00:02:55: Das ist keine Gesundheit, das ist eine niedrige Symptomlast bei einem Menschen, der sich damit nicht beschäftigt.
00:03:01: Ich sage das nicht, um dir Schadenfreude anzubieten.
00:03:04: Ich sage es, weil der Vergleich, den du anstellst, schief ist und weil er dich in eine Denkrichtung schickt, die nicht weiterführt.
00:03:12: Du vergleichst nämlich nicht krank mit gesund.
00:03:16: Du vergleichst zwei Menschen, bei denen derselbe Vorgang läuft,
00:03:21: doch bei denen daraus unterschiedlich viel folgt.
00:03:25: Das ist eine andere Frage und die hat eine andere Antwort.
00:03:32: Jetzt muss ich eine Formulierung aus der letzten Folge präzisieren.
00:03:36: Ich habe gesagt, bei dir ist nichts kaputt.
00:03:39: Das stimmt weiterhin.
00:03:41: Aber ich merke, dass daraus eine Lücke entsteht, denn nichts kaputt heißt nicht nichts anders.
00:03:52: Etwas ist anders bei dir. Es ist nur kein Defekt, sondern eine Konstellation.
00:03:59: Und dieser Unterschied ist erheblich. Ein Defekt ist ein Ding, ein einzelnes Teil, das nicht mehr funktioniert.
00:04:08: Man kann es reparieren oder ersetzen. Mehr Möglichkeiten gibt es nicht.
00:04:14: Deshalb rechtfertigt das alte Modell auch genau zwei Behandlungen, Operationen oder Tabletten.
00:04:21: Eine Konstellation ist etwas anderes. Da ist kein Teil defekt, da stehen mehrere Dinge in einer bestimmten Beziehung zueinander und diese Beziehung erzeugt das Problem.
00:04:37: Eine Konstellation kann man auflösen.
00:04:42: Ein Bild dazu, das dir hilft. Stell dir eine Wohnung vor, in der es zieht.
00:04:47: Du suchst das Loch in der Wand, du findest keins und tatsächlich gibt es kein Loch.
00:04:53: Es gibt ein Fenster, das nicht ganz dicht schließt, eine Tür, die einen Spalt hat und einen Abzug in der Küche, der zieht.
00:05:03: Jedes für sich völlig unauffällig.
00:05:06: Zusammen, es zieht dir durch die Wohnung.
00:05:11: Und jetzt kommt die entscheidende Frage, die deines Nachbarn.
00:05:15: Wieso zieht es bei mir nicht?
00:05:17: Der hat auch ein leicht undichtes Fenster.
00:05:20: Er hat nur nicht die anderen beiden Dinge dazu.
00:05:27: Wo der Unterschied wirklich sitzt?
00:05:30: Also wo genau ist das nun bei dir?
00:05:34: Nicht dort, wo es alle suchen.
00:05:36: Erinnerst du dich an die Zahlen aus der letzten Folge?
00:05:39: Der Verschluss öffnet sich bei Betroffenen etwa fünfmal pro Stunde
00:05:44: und bei Gesunden viereinhalbmal?
00:05:48: Praktisch identisch.
00:05:50: In der Häufigkeit liegt es also nicht.
00:05:53: Deine Tür geht nicht öfter auf als die deines Kollegen.
00:05:58: wohlgemerkt im Durchschnitt über den Tag.
00:06:01: Nach einer großen Mahlzeit geht sie bei euch beiden häufiger auf,
00:06:06: nur eben nicht bei dir dauerhaft öfter.
00:06:11: Der Unterschied sitzt an drei anderen Stellen und ich gehe sie einzeln durch.
00:06:19: Erstens, was mitkommt.
00:06:21: Bei deinem Kollegen steigt flüssiger Mageninhalt auf.
00:06:25: Der bleibt unten, brennt kurz und wird von der Speiseröhre wieder nach unten befördert.
00:06:32: Bei dir ist dieses Refluat überwiegend gasförmig und es trägt Pepsin, das Enzym, das im Magen Eiweiße verdaut.
00:06:43: Gas breitet sich schneller aus und kommt weiter, bis in den Rachen, den Kehlkopf, manchmal bis in die Nasennebenhöhlen.
00:06:52: Und dort ist die Schleimhaut deutlich empfindlicher als in der Speiseröhre.
00:06:58: Gleicher Vorgang, andere Fracht, anderes Ziel.
00:07:06: Zweitens, was dein Gewebe daraus macht.
00:07:09: Das ist die Stelle, an der sich zwei Menschen mit identischer Refluxmenge am stärksten unterscheiden.
00:07:17: Wenn die Barrierefunktion deiner Schleimhaut herabgesetzt ist,
00:07:21: wenn die Zellzwischenräume erweitert sind und der elektrische Widerstand gesunken ist,
00:07:27: dann erreichen dieselben Reize deine Schmerzrezeptoren, die bei deinem Kollegen gar nicht bis dahin kommen.
00:07:37: Und weil ich weiß, was manche jetzt denken, nein, das ist nicht, du bist halt sensibel,
00:07:45: Das sind messbare Eigenschaften deines Gewebes.
00:07:49: Man kann den elektrischen Widerstand einer Schleimhaut messen.
00:07:53: Man kann erweiterte Zellzwischenräume unter dem Mikroskop sehen.
00:07:58: Wenn dir jemand gesagt hat, du würdest dich hineinsteigern,
00:08:02: dann hat er einen messbaren Befund mit einem Charakterurteil verwechselt.
00:08:09: Drittens, wie deine Regler stehen.
00:08:11: Wie schnell sich dein Magen entleert.
00:08:13: wie gut sich dein oberer Magen beim Essen entspannt,
00:08:16: wie empfindlich dein Nervensystem meldet.
00:08:21: Da entscheidet sich, ob aus einem normalen Reflexvorgang ein Problem wird.
00:08:29: Es ist nie eine einzige Sache.
00:08:32: Und jeder Punkt hier ist mir am wichtigsten,
00:08:39: weil er erklärt, warum die Suche nach der einen Ursache so oft ins Leere läuft.
00:08:47: Es ist nie eine einzige Sache.
00:08:53: Typischerweise sind es drei oder vier kleine Verschiebungen, die für sich genommen völlig harmlos wären.
00:09:00: Ein bisschen langsamere Magenentleerung, für sich kein Problem.
00:09:05: Ein bisschen mehr Gasbildung im Darm, für sich unangenehm, mehr nicht.
00:09:11: Eine Schleimhaut, die schon etwas mitgemacht hat, für sich heilt.
00:09:17: Ein Nervensystem, das seit zwei Jahren auf Anschlag steht, für sich anstrengt.
00:09:24: Jedes Einzelnen, kein Krankheitsbild, zusammen dein Beschwerdebild.
00:09:32: Und genau deshalb funktioniert bei euch Betroffenen so unterschiedlich, was hilft.
00:09:38: Bei der einen ist die Ernährung der Hebel, beim nächsten der Vagusnerv, beim dritten der Darm, bei der vierten die Schleimhaut.
00:09:47: Das ist nicht Beliebigkeit und es sind auch nicht verschiedene Krankheiten.
00:09:53: Es ist bei jedem eine andere Kombination, die zusammengekommen ist und deshalb liegt bei jedem der wirksamste Hebel woanders.
00:10:04: Ich habe dazu eine ganze Artikelreihe geschrieben, in der ich verschiedene Ausprägungen beschreibe.
00:10:11: Die verlinke ich dir in den Shownotes.
00:10:15: Wenn du dich in einer davon wiedererkennst, hast du schon einen Anhaltspunkt, wo du bei dir anfangen solltest.
00:10:24: Und jetzt eine Frage, die ich dir stellen möchte. Nimm sie ruhig ernst, sie führt weiter, als man denkt.
00:10:33: Wann hat das eigentlich angefangen? Nicht ungefähr, konkret. Welcher Monat, welches Jahr? Und vor allem, was war da los?
00:10:46: Die meisten Menschen, mit denen ich arbeite, können eine Phase benennen.
00:10:50: Nicht immer sofort, aber wenn sie eine Weile nachdenken.
00:10:53: Ein Infekt, der nicht richtig ausgeheilt ist.
00:10:56: Eine Antibiotika-Behandlung, nach der der Darm nie wieder derselbe war.
00:11:02: Eine Schwangerschaft, eine Operation, eine Vollnarkose.
00:11:07: Ein Jahr, in dem alles zu viel war.
00:11:09: Pflegefall in der Familie, Trennung, Jobwechsel, alles gleichzeitig.
00:11:15: Eine lange PPI-Einnahme, die eigentlich nur vier Wochen dauern sollte. Danach war es anders als vorher.
00:11:25: Das ist selten die Ursache, ich will da nicht zu viel hineinlegen, aber es ist oft der Moment, in dem etwas kippt.
00:11:35: wo aus drei harmlosen Verschiebungen eine vierte dazu kam
00:11:41: und ab da hat sich die Sache selbst getragen.
00:11:45: Und warum trägt sie sich selbst?
00:11:48: Das ist der nächste Punkt und der ist wichtig.
00:11:52: Der Kreis.
00:11:53: Was bei chronischen Beschwerden immer wieder passiert, ist Folgendes.
00:11:57: Du hast Beschwerden.
00:11:59: Beschwerden erzeugen Anspannung.
00:12:02: Das ist keine Charakterschwäche, das ist Physiologie.
00:12:05: Wer Schmerzen hat, spannt an.
00:12:08: Anspannung heißt, der Sympathikus ist aktiver und der fährt die Verdauung herunter.
00:12:15: Die Magenentleerung wird langsamer.
00:12:19: Langsamere Entleerung heißt, der Mageninhalt liegt länger, er dehnt länger.
00:12:26: Mehr Dehnung heißt, der Öffnungsreflex wird häufiger ausgelöst.
00:12:32: Mehr Öffnungen heißen, mehr Ereignisse bei denen etwas nach oben kommt.
00:12:38: Und mehr Ereignisse heißen, gereiztere Schleimhaut.
00:12:42: Die Barriere wird durchlässiger.
00:12:46: Und eine durchlässige Schleimhaut heißt, mehr Beschwerden.
00:12:52: Damit sind wir wieder am Anfang.
00:12:54: Das ist ein Kreis, der sich selbst antreibt.
00:12:58: Und er ist der eigentliche Grund, warum du das Gefühl hast, es werde immer schlimmer statt besser.
00:13:05: Obwohl du doch nichts falsch gemacht hast.
00:13:10: Du machst nichts falsch.
00:13:12: Du steckst in einem Regelkreis, der sich verselbstständigt hat.
00:13:18: Das klingt jetzt entmutigend, ist es aber nicht.
00:13:22: Und zwar aus einem sehr praktischen Grund.
00:13:24: Einen Kreis kann man an jeder Stelle unterbrechen.
00:13:30: Du musst nicht wissen, wo er angefangen hat.
00:13:32: Du musst nicht die eine Ursache finden.
00:13:36: Du musst an irgendeiner Stelle genug Druck herausnehmen, dass er sich nicht mehr selbst trägt.
00:13:44: Deshalb funktioniert bei manchen Menschen etwas, das mit dem eigentlichen Auslöser gar nichts zu tun hat.
00:13:52: Nicht, weil es die Ursache behebt, sondern weil es den Kreis an einer Stelle schwächt.
00:13:58: Und deshalb ist es auch nicht schlimm, wenn du beim ersten Versuch nicht die wirksamste Stelle erwischst.
00:14:06: Manchmal gibt es kein Warum.
00:14:09: Und jetzt kommt der Teil, den ich am ungernsten sage.
00:14:12: Manchmal findet man nichts.
00:14:15: Kein Auslöser, keine Phase, kein Ereignis.
00:14:19: Es hat einfach angefangen.
00:14:21: Das ist unbefriedigend.
00:14:22: Es fühlt sich an wie ein schlechter Krimi, bei dem der Täter nie gefunden wird.
00:14:28: Zwei Dinge dazu.
00:14:30: Erstens, das ist bei chronischen Beschwerden eher die Regel als die Ausnahme.
00:14:36: Du bist damit nicht allein und es ist kein Zeichen dafür, dass bei dir etwas Besonderes vorliegt.
00:14:44: Zweitens, und das ist der wichtigere Punkt,
00:14:48: Es ändert an deinen Handlungsmöglichkeiten nichts.
00:14:54: Denn behandelt wird nicht die Vergangenheit, behandelt wird das, was heute läuft.
00:15:00: Ob deine Magenentleerung wegen eines Infekts vor fünf Jahren langsamer ist oder aus Gründen, die niemand mehr rekonstruieren kann, die Maßnahme ist dieselbe.
00:15:12: Die Warum-Frage ist wichtig, weil sie dir hilft, deine Geschichte zu verstehen.
00:15:17: Sie ist nicht wichtig für die Behandlung.
00:15:22: Und falls du seit Jahren nach dem Auslöser suchst und dabei nicht weiterkommst,
00:15:27: du darfst diese Suche einstellen, ohne aufzugeben.
00:15:31: Das ist kein Widerspruch.
00:15:37: Also fassen wir zusammen.
00:15:39: Warum du und nicht dein Kollege?
00:15:41: Nicht, weil bei dir etwas kaputt ist,
00:15:44: sondern weil bei dir mehrere kleine Dinge zusammengekommen sind,
00:15:50: die sich gegenseitig verstärken.
00:15:52: Dein Kollege hat vielleicht zwei davon, du hast vier.
00:15:56: Das ist der ganze Unterschied.
00:15:58: Kein Defekt, keine Schwäche, keine Charakterfrage, eine Konstellation.
00:16:04: Und weil ich weiß, dass das für manche zu wenig ist, sage ich es noch anders.
00:16:11: Du bist nicht empfindlicher als andere Menschen, dein Gewebe ist es, im messbaren Sinn, an einer bestimmten Stelle und aus nachvollziehbaren Gründen.
00:16:23: Und dein Nervensystem hat gelernt, an dieser Stelle zu warnen.
00:16:28: Das ist eine Leistung, keine Schwäche. Es hat nur gelernt, sie zu oft zu erbringen.
00:16:37: Lernen ist umkehrbar, nicht schnell, nicht mühelos, aber umkehrbar.
00:16:44: Das Beste an dieser Antwort ist übrigens nicht der Trost, es ist die Konsequenz.
00:16:51: Wenn dein Problem ein Defekt wäre, dann wäre die einzige sinnvolle Frage, wer repariert das?
00:16:59: Weil es eine Konstellation ist, lautet die Frage anders.
00:17:04: Welche der drei oder vier Verschiebungen kann ich zuerst angehen?
00:17:11: Und das ist keine Frage an einen Arzt, das ist eine Frage an dich.
00:17:18: Ich weiß, diese Folge ist weniger befriedigend als eine, die dir sagt, hier ist die Ursache, hier ist die Lösung.
00:17:27: Aber ich habe die Erfahrung gemacht, dass genau diese einfachen Antworten der Grund sind, warum so viele von euch jahrelang im Kreis laufen.
00:17:39: Man probiert eine Sache, sie hilft ein bisschen, dann nicht mehr, dann probiert man die nächste.
00:17:45: Was hilft, ist nicht die eine richtige Maßnahme.
00:17:50: Was hilft, ist zu verstehen, dass es mehrere sind und dann herauszufinden, welche bei dir die größte Rolle spielt.
00:17:58: Genau dabei kann ich dir helfen.
00:18:02: Wenn du wissen willst, welche Ausprägung bei dir im Vordergrund stehst,
00:18:07: findest du in den Shownotes die Artikelreihe zu den verschiedenen Typen.
00:18:11: Das ist der Einstieg, den ich empfehle.
00:18:15: Und wenn du die letzte Folge noch nicht gehört hast, das ist Teil 1, dort erkläre ich den Mechanismus vollständig.
00:18:23: Ebenfalls verlinkt.
00:18:26: Schreib mir gern, wie das bei dir war, ob du eine Phase benennen kannst, ab der es anders wurde.
00:18:33: Solche Rückmeldungen sind für mich viel wert, weil ich daraus lerne, wo die Muster liegen.
00:18:39: Bis nächste Woche. Mach's gut.
00:19:10: Musik
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